Botanischer Garten und Botanisches Museum, Berlin-Dahlem Botanischer Garten und Botanisches Museum, Berlin-Dahlem

Sonderausstellung 2001: Äpfel – Mythos, Eros, Wissenschaft

Plakat der Ausstellung
von I. Haas, nach einem Holzschnitt in Adam Lonicer (1582): Kreuterbuch, Franckfort.

Er ist rotwangig, saftig und duftet ganz wunderbar: der Apfel ein gesunder Genuß. Frisch vom Baum stillt er Hunger und Durst. Doch der Apfel vermag mehr. Aus ihm lassen sich auch bekannte Süßspeisen und ungewohnte Gaumenfreuden zubereiten.

Die Geschichte des Apfels beginnt im Paradies. Aber ist er wirklich die Frucht vom Baum der Erkenntnis? Fest steht, daß er von jeher ein Symbol der Fruchtbarkeit und Liebe ist. Ob Jonagold, Boskoop oder Granny Smith - Äpfel sind mit 30 kg pro Kopf noch immer unser Lieblingsobst. Für Botaniker beginnt die eigentliche Apfelfrucht bei dem, was die meisten beim Essen verschmähen - dem "Griebs". Das wahrhaft Schmackhafte ist der fleischig gewordene Blütenbecher.

Die Heimat des Apfels, das haben molekularbiologische Untersuchungen in jüngster Zeit bewiesen, liegt im heutigen Kasachstan. Vor 5000 Jahren gelangte er nach Mitteleuropa. Hier ist die Wiege einer unüberschaubaren Zahl von Kultursorten. Sie entstanden vor allem im 18. und 19. Jahrhundert. Doch viele dieser Apfelsorten wie den Großen Schnutzbolch, den Schönen Marienapfel oder den Königlichen Kurzstiel gibt es nicht mehr. Von ihnen zeugen nur noch Illustrationen und verblüffend naturgetreue Apfelmodelle aus Wachs, Holz und Pappmaché.

Neben dem Blick auf die Apfelmodelle bietet die Ausstellung noch mehr. Es werden Äpfel der Jungsteinzeit, eine Tontafel mit dem ersten schriftlichen Nachweis des Apfels, historische Arbeitsgeräte der Obstbauern aus Werder/ Havelland und "andere" Äpfel gezeigt.

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